News
Der Härtetest für die Steelers
Preview /
Wer wissen möchte, wo die Steelers in der DEL2 wirklich stehen, darf sich diesmal nicht über mangelnde Gelegenheiten beschweren. Mit den Dresdner Eislöwen am Freitag und den Kassel Huskies am Sonntag warten gleich zwei Teams, die zu den drei absoluten Topfavoriten auf die Meisterschaft zählen und zugleich zu den drei Mannschaften mit den höchsten Etats der Liga gehören. Schwerer kann ein Wochenende nicht sein.
Los geht es am Freitag um 19:30 Uhr in Dresden, und dort lässt sich ein dicker Etat bislang noch nicht in Punkte umrechnen. Die Eislöwen sind nach dem Abstieg aus der PENNY DEL zurück in der DEL2, nur rund eineinhalb Jahre nach dem Meistertitel von 2025. Die Rückkehr verlief holprig: Gegen Kassel setzte es zum Auftakt ein 3:7, danach folgten zwei knappe 3:4-Niederlagen in Memmingen und Crimmitschau. Erst am Sonntag platzte beim 5:2 gegen Ravensburg der Knoten, nachdem Dresden nach gut fünf Minuten bereits mit 3:0 geführt hatte. Mit Bo Šubr steht ein Trainer an der Bande, der die Liga bestens kennt und schon mit den Löwen Frankfurt Meister wurde. Dazu kamen unter anderem die Spink-Zwillinge Tyson und Tylor sowie Alec Ahlroth. Dass ein solcher Kader noch Anlaufzeit braucht, ist verständlich. Dass er sie lange braucht, glaubt in der Liga niemand. Ein bekanntes Gesicht gibt es dabei übrigens auf der anderen Seite: Arne Uplegger trug früher selbst das Dresdner Trikot. Die Steelers müssen in Sachsen außerdem auf Jack Dugan verzichten, der nach seinem Check gegen den Kopf in Rosenheim gesperrt ist.
Am Sonntag um 17 Uhr wartet dann in der EgeTrans Arena ein Gegner, dessen Saison bislang aussieht wie mit dem Lineal gezogen. Die Huskies sind amtierender Vizemeister und haben nach vier Spielen elf Punkte auf dem Konto. Abgegeben haben sie lediglich einen Zähler, beim 2:1 nach Penaltyschießen in Freiburg. 17 erzielten Treffern stehen nur neun Gegentore gegenüber, und zum Auftakt gab es das 7:3-Schützenfest in Dresden. In der vergangenen Hauptrunde landeten die Huskies mit 106 Punkten auf Rang zwei, ehe sie im Finale den Krefeld Pinguinen unterlagen. Für die Steelers ist es zudem ein Wiedersehen mit offener Rechnung. Im Halbfinale im Frühjahr führte Kassel nach dem 3:1 in Spiel fünf mit 3:2 in der Serie und ließ sich den Matchpuck nicht mehr nehmen. In der Hauptrunde setzten sich die Huskies zweimal in Bietigheim durch, beim 2:1 zum Auftakt und beim 7:1 im Januar. Dass es auch anders geht, bewiesen die Steelers Ende Januar mit dem 5:4 nach Verlängerung in Kassel.
Ganz fremd ist man sich ohnehin nicht. Gleich drei ehemalige Steelers laufen inzwischen für die Huskies auf: Marco Müller, Jimmy Martinovic und Chris Wilkie. Umgekehrt bringen Lois Spitzner und Tim Bender Kassel-Vergangenheit mit nach Bietigheim, Bender stand in der vergangenen Saison sogar noch bei den Nordhessen unter Vertrag. Es dürfte also das eine oder andere Wiedersehen mit freundlichem Grinsen und weniger freundlichen Checks geben.
Die Steelers selbst haben aus ihren ersten vier Spielen fünf Punkte geholt und stehen bei 15:15 Toren. Das 7:3 gegen Weiden hat gezeigt, welches Potenzial in der Offensive steckt, das 3:5 in Rosenheim nach einem 1:4 Rückstand und starker Aufholjagd, woran es noch hapert. Konstanz bleibt das große Thema. Dafür gibt es an diesem Wochenende allerdings eine entspannende Nachricht: Die Steelers haben nichts zu verlieren. Der Druck liegt bei den Topfavoriten, und die Steelers dürfen genau das tun, was am meisten Spaß macht, nämlich die Großen der Liga ordentlich ärgern.
Freitag, 2. Oktober, 19:30 Uhr in Dresden. Sonntag, 4. Oktober, 17 Uhr in der EgeTrans Arena gegen Kassel. Tickets gibt es auch noch. Zwei Prüfungen, zwei Favoriten und die Gelegenheit, ihnen die Suppe zu versalzen.
Foto: DEL2 / David Löffler